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Klima Modellieren |
| Mit dieser Seite möchten
wir einen kurzen Überblick geben, wie Klimamodelle arbeiten und auch
ein paar Einzelheiten über die in diesem Experiment climateprediction.net
verwendeten Modelle. Die Seite ist in folgende Abschnitte aufgeteilt:
- Das 'Unified Model'
- Horizontale Auflösung -
Gitter
- Vertikale Auflösung –
Ebenen
- Zeitintervalle
- Parameterisation
- Ozeanmodelle und ihre Wechselwirkung
mit der Atmosphäre
- Chaos, Ensembles und Wahrscheinlichkeit
- Kartenprojektion, geographische
Breite und Länge
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Was ist ein Klimamodell? Klimamodelle sind numerische Darstellungen
von verschiedenen Teilen des Klimasystems der Erde. Man kann dies auf
zweierlei Art und Weise betrachten. In gewisser Hinsicht versuchen Wissenschaftler,
das komplexe Klimaverhalten auf einen Satz mathematischer Gleichungen
einzuschränken in der Hoffnung, dass sie danach beginnen, die stattfindenden
Prozesse zu verstehen. Dies trifft zu, besonders bei ziemlich einfachen
Modellen. Im Fall von den General Circulation Models (GCMs), die dem neuesten
Stand der Technik entsprechen, wie z.B. im Experiment climateprediction.net
benutzt, geht es mehr darum zu versuchen alles aufzuführen, selbst
wenn die Dinge dann so kompliziert werden, dass wir nicht immer verstehen
können, was vor sich geht. Die Gleichungen sind in angemessenen Grenzen
angeglichen, so dass das Modell so gut wie möglich vergangene und
gegenwärtige Klimazustände produziert (verglichen mit archivierten
Beobachtungen). Man kann dann damit versuchen vorherzusagen, wie sich
das Klima in der Zukunft verhalten wird.
GCMs versuchen, so viel wie möglich über Klimasysteme zu simulieren:
die einkommende und ausgehende Strahlung, wie sich die Luft bewegt, wie
sich Wolken bilden und Niederschlag fällt, wie Eisflächen wachsen
und kleiner werden, usw. Die Modelle werden häufig (wie in den von
uns verwendeten Modellen) mit einer Darstellung des Ozeans verbunden.
Sie berücksichtigen möglicherweise wie sich die Vegetation auf
der Erdoberfläche ändert. Entscheidend ist, sie versuchen zu
berechnen wie alle diese verschiedenen Teile des Klimasystems aufeinander
einwirken und wie der Rückmeldungsprozess arbeitet.
Aus diesem Grund kommen die "besten" Abschätzungen für
zukünftiges Klima eher von allgemeinen Modellen atmosphärischer
Luftströmungen als von vereinfachten Modellen.
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Der atmosphärische Teil des Modells, der von climateprediction.net
eingesetzt wird, ist das dem neuesten Stand der Technik entsprechende
vereinheitlichte Modell des britischen meteorologischen Amtes; dasselbe
Modell, das für die Wettervorhersage im britischen Fernsehen verwendet
wird. Es gibt natürlich einige Unterschiede zwischen der Art und
Weise wie das Modell zur Herstellung einer kommerziellen Wettervorhersage
läuft und wie wir es laufen. Der offensichtlichste Unterschied ist
die Auflösung. Abbildung 1 zeigt den Unterschied in der Auflösung über den britischen
Inseln; offenbar wäre die von uns verwendete Auflösung überhaupt
nicht sinnvoll, um der Bevölkerung zu sagen, wie viel es, z.B., in
Manchester regnen wird.
Abbildung 1. Diese Abbildung zeigt den Unterschied
in der Anzahl der Gitterfelder über den britischen Inseln in der
climateprediction.net Version des Modells (links) und einer regionalen
Version (rechts). Dieses Bild zeigt, dass ein regionales Modell eine bessere
Simulation des Niederschlags in Großbritannien wiedergibt als das
gröbere Modell von climateprediction.net [ Abbildung freundlicherweise
vom Hadley Centre zur Verfügung gestellt].
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In den GCMs wird berechnet, was das Klima an einer Anzahl von bestimmten
Punkten auf der Erdoberfläche und in der Atmosphäre/Ozean macht
(im Hinblick auf Wind, Temperatur, Feuchtigkeit, usw.). Diese Punkte sind
als Gitter über die Erdoberfläche hin angeordnet, indem sie
die Oberfläche in viele kleine Felder aufteilt (siehe (Abb.
2)). Je mehr Felder, umso feiner ist die Auflösung des Modells
und umso kleiner maßstäbliche Klimamerkmale kann sie darstellen.
Von diesem Gesichtspunkt aus gesehen wäre das beste Klimamodell dasjenige
mit der feinsten Auflösung. Leider hat dies Nachteile; je mehr Punkte,
umso mehr Berechnungen müssen durchgeführt werden und umso mehr
Computerzeit nimmt der Modelllauf in Anspruch. Im allgemeinen müssen
wir einen Kompromiss zwischen Auflösung und Laufzeit schließen.
Für eine Wettervorhersage, bei der nur von Interesse ist was so in
den nächsten 5 Tagen passiert, kann die Auflösung viel feiner
sein als für eine Klimavorhersage, die sich mit den nächsten
Jahrhunderten befasst! Paläoklima-Modellierer, die daran interessiert
sind was das Klima vor Tausenden von Jahren machte, müssen Modelle
mit noch gröberen Auflösungen verwenden.
Dies ist der Grund, warum es im Modell climateprediction.net
nur 4 Gitterfelder über den britischen Inseln gibt. Dies ist offensichtlich
nicht sehr gut, wenn man das Klima z.B. im Lake District darstellt, das
ein bergiges Gebiet ist und eine viel kleinere Fläche als ein Gitterfeld
bedeckt. Es sollte jedoch gut genug sein, um ein genaues Bild des großmaßstäblichen
Klimas z.B. der britischen Inseln zu bekommen. Die Auflösung ist
2,5° (Breite) mal 3,75° (Länge).
Abbildung 2. Ein typisches Display vom Modell,
das die Temperatur der Erdoberfläche in jedem Gitterfeld des Modells
zeigt.
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Auf ähnlicher Weise wie beim horizontalen Gitter ist das vertikale
Profil der Atmosphäre in eine Anzahl von verschiedenen Ebenen unterteilt.
Das in climateprediction.net verwendete Modell hat 19 vertikale
Ebenen in der Atmosphäre (und 20 im Ozean) und Abb.
3 zeigt wie sie in der Höhe verteilt sind. Abweichend vom horizontalen
Gitter ist das vertikale Gitter nicht in gleichmäßigen Abständen
verteilt. Sie sind nicht einmal im Druck gleichmäßig aufgeteilt.
Dies kann sinnvoll sein, da die, zum Beispiel, 950 hPa Ebene (nahe der
Oberfläche) und 900 hPa Ebene (ein wenig höher) zwischen sich
dieselbe Luftmasse haben wie die 100 hPa und 50 hPa Ebenen; obwohl der
physische Abstand zwischen ihnen viel geringer ist. Dies liegt darin begründet,
weil die Dichte der Luft exponentiell mit dem Abstand von der Erdoberfläche
abnimmt: die Druckdifferenz zwischen der Everestspitze (ca. 10km hoch)
und ca. 9 km Höhe ist viel kleiner als die Druckdifferenz zwischen
Meereshöhe und 1 km aufwärts.
Die Ebenen sind tatsächlich ungleich aufgeteilt, selbst vom Druck
aus gesehen. Dies wurde so gewählt, damit sie in solchen Gebieten,
z.B. nahe der Erdoberfläche, konzentriert werden können, wo
wir stärker daran interessiert sind was passiert, als auf anderen
Ebenen. Die Modellebenen berücksichtigen was die Oberfläche
macht; eine Ebene verschwindet nicht plötzlich, wenn sie einen Berg
kreuzt! Die oberste Ebene liegt bei ca. 30 km; in der Mitte der Stratosphäre.
Abbildung 3. Die 19 Modellebenen in der Version
des Unified Model, das von climateprediction.net verwendete Modell.
Die Ebenen sind weder in der Höhe (rechte Skala) noch im Druck (linke
Skala) gleichmäßig aufgeteilt.
Als Ergebnis der horizontalen und vertikalen Gitteraufteilung ist die
Atmosphäre effektiv in dreidimensionale Felder aufgeteilt; Abb.
4 zeigt wie.
Abbildung 4. Das vertikale und horizontale Gitter
über Britannien.
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Neben der Aufteilung der Atmosphäre in Felder schreitet die Zeit
ebenfalls in endlichen Intervallen fort. Im Modell climateprediction.net
ist das grundlegende Zeitintervall eine halbe Stunde. Das Modell geht
von einem Satz anfänglicher Bedingungen für Atmosphäre
und Ozean aus und berechnet dann, auf welche Bedingungen sie sich nach
einer halben Stunde, 1 Stunde, usw. entwickelt haben. Die Wahl des Zeitintervalls
ist nicht leicht. Falls Sie ein Modell so schnell wie möglich durch
50 Jahre laufen lassen möchten, dann wollen Sie ein möglichst
großes Zeitintervall gebrauchen. Dies ist leider nicht möglich,
weil das Modell mit einem Zeitintervall oberhalb einer kritischen Größe
instabil wird und zu arbeiten aufhört. Sehr vereinfacht ausgedrückt:
Sie können sich vorstellen, dass dies passiert, wenn das Zeitintervall
so groß ist, dass Luft (oder genauer gesagt, Energie) in einem Zeitintervall
sich durch mehr als ein Gitterfeld bewegen kann und es dadurch unmöglich
wird genau zu bestimmen, wie sich die Felder entwickeln. Gewisse Verhältnisse
in der Atmosphäre verändern sich schneller als andere und müssen
deshalb häufiger berechnet werden. Zum Beispiel, die dynamischen
Kräfte (im Prinzip die Bewegung der Luft) müssen alle halbe
Stunde berechnet werden, aber die Strahlung (das Gleichgewicht von einkommender
und ausgehender Energie) kann weniger häufig berechnet werden. Deshalb
scheint das Modell manche Zeitintervalle viel schneller zu beenden als
andere.
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Das Problem, die Atmosphäre in viele kleine Räume aufzuteilen,
liegt darin, dass es viele Prozesse gibt, die kleiner sind als die Räume.
So können, zum Beispiel, einzelne Wolken durchaus kleiner als ein
Gitterfeld sein. Sie spielen trotzdem eine wichtige Rolle im Klimasystem,
besonders als Ensemble, deshalb müssen die Prozesse, die sie bilden,
und die Folgen ihrer Existenz repräsentiert werden. So, zum Beispiel,
mit der Kenntnis von Temperatur und Feuchtigkeit in einem Feld, müssen
wir abschätzen, wie viel Wolke und wie viel Regen in diesem Feld
sind. Wir müssen auch wissen, wie viel Staub (d.h. 'Aerosol') im
Feld sind, weil Regentropfen zu ihrer Bildung ein sehr kleines festes
Teilchen in der Luft benötigen. Diese Prozess wird Parameterisieren
genannt. Es befinden sich viele Parameterisationskonzepte
im Modell, wie das Konzept, das berechnet wie viel Bewölkung anwesend
ist. Einige dieser Konzepte werden durch Beobachtungen gut gezügelt
und werden als ziemlich zuverlässig angesehen, während andere
viel weniger klar sind und wir fühlen uns bei diesen ziemlich unsicher.
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Der Ozean, wie die Atmosphäre, ist ein veränderlicher Bestandteil
des Klimasystems und muss in Klimamodellen vertreten sein. Wärme
und Wasser werden zwischen dem Ozean und der Atmosphäre ausgetauscht
und diese Prozesse müssen so genau wie möglich dargestellt werden.
Außerdem, die Windgeschwindigkeit an der Oberfläche hat Einfluss,
wie der obere Teil des Ozeans gemischt wird und damit, wie schnell er
auf wechselnde atmosphärische Temperaturen reagiert.
Ozean-"Wettersysteme" sind gewöhnlich viel kleiner als
atmosphärische Wettersysteme, aus diesem Grund haben die Ozeankomponenten
von Klimamodellen gewöhnlich eine feinere Auflösung als die
atmosphärischen Komponenten. Ozeane brauchen viel länger, um
auf Änderungen im Gleichgewicht zwischen eintretender und ausgehender
Strahlung zu reagieren als die Atmosphäre. Dies bedeutet, dass Ozeanmodelle
über viele Jahrzehnte laufen müssen falls sie in Klimavorhersagen
eingeschlossen werden sollen. Diese Faktoren bedeuten, dass sie bedeutend
mehr Computerleistung benötigen als atmosphärische Modelle.
Dies wird manchmal vermieden, indem man ein vereinfachtes Modell namens
"Platten-Ozean" verwendet, welches effektiv gerade die oberen
50m des Ozeans verkörpert, und keine der Tiefseeströmungen mitberücksichtigt,
die einen enormen Betrag an Wärme transportieren, wenn auch sehr,
sehr langsam. Deshalb muss die Wirkung der Strömungen
parameterisiert werden.
Sowohl ein "Platten-Ozean" als auch ein "komplettes"
Ozeanmodell werden im Experiment climateprediction.net verwendet.
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.Warum ist das Wetter so unberechenbar? Es ist nicht willkürlich;
dies würde bedeuten, es gäbe keinen möglichen Weg zu wissen,
was das Wetter als nächstes machen wird, sondern chaotisch;
das Wetter folgt den physikalischen Gesetzen, jede Wirkung hat eine Ursache.
Das Problem liegt darin, dass es so viele mögliche Ursachen gibt,
dass wir uns unmöglich über alle auskennen können. Das
häufig zitierte Beispiel (das von Ed Lorenz in den 1960zigern stammt)
hierzu ist, dass ein Schmetterling, der mit seinen Flügeln im Regenwald
des Amazonas schlägt, durch eine lange Reihe von unwahrscheinlichen,
jedoch möglichen Folgen einen Sturm über Texas verursachen könnte.
Ein weiteres Beispiel: stellen Sie sich vor, dass Sie auf der flussaufwärts
Seite einer Brücke einen Stock über einer flachen Strömung
fallen lassen. Wie Sie den Stock los lassen, in welche Richtung er zeigt,
usw. beeinflusst genau, wo und wie er auf dem Wasser landet. Unter der
Brücke sind Steinbrocken und Vegetation, die bewirken wie sich die
Strömung des Flusses verhält. Ein kleiner Stoß auf den
Stock, wenn Sie ihn fallen lassen, kann einen Unterschied machen, ob er
zu der einen oder der anderen Seite des ersten Steinbrockens, den er erreicht,
fällt und dies könnte den Unterschied bedeuten, ob er in irgendwelchen
Pflanzen stecken bleibt oder in der schnellsten Wasserströmung bleibt.
Wenn Sie dann zur anderen Seite der Brücke hinüberlaufen, um
nach dem Stock Ausschau zu halten, ist es nahezu unmöglich vorherzusagen,
wann und wo er erscheinen wird, weil Sie nicht wissen, was mit dem Stock
unter der Brücke passiert ist. Selbst wenn Sie genau wissen wie das
Flussbett aussieht, die Tatsache, dass eine Ungewissheit darüber
besteht wie Sie den Stock haben fallen lassen, bedeutet, dass es viele
Möglichkeiten gibt wie er unter der Brücke her passieren könnte.
Genauso kann dies bedeuten, dass eine genaue Wettervorhersage oder Klimavorhersage
ein hoffnungsloser Fall sei? Die Antwort ist nein! Wir müssen eine
Vorstellung davon bekommen, in welcher Art und Weise die Atmosphäre
sich weiterentwickeln könnte und welches die Wahrscheinlichkeit von
jeder einzelnen möglichen Weise ist. Wir tun dies, indem wir Ensembles
von GCM-Läufen laufen lassen. Ein Ensemble ist eine Sammlung von
Läufen des gleichen GCM, die sich in ihren anfänglichen Bedingungen
(so zum Beispiel, es könnte ein 1% Unterschied in der Windgeschwindigkeit
über Oxford bestehen) oder in ihren Parameterisationen
sehr leicht unterscheiden. Ensemblegrößen variieren enorm.
Das europäische Zentrum, European Centre for Medium-Range Weather
Forecasts (ECMWF)
benutzt zur Zeit zur Wettervorhersage ein Ensemble von 50. In climateprediction.net
erhoffen wir uns Ensembles mit mehreren Millionen Gliedern! Dann wird
es möglich sein, Statistiken darüber aufzubauen, wie viele Ensembleglieder
jedes mögliche Resultat beigebracht haben. Zum Beispiel, Abb.
5 zeigt (erfunden!) Temperaturen in London von einem Ensemble aus
500 Gliedern. Sie können sehen, dass ein sehr weiter Bereich von
möglichen Temperaturen besteht. Es gibt ein paar Ausreißer;
solche, die Temperaturen unter 10°C oder über 21°C vorhersagen.
Die meisten Läufe haben jedoch Temperaturen zwischen 13 und 18 °C
vorhergesagt und ein klarer Höhepunkt liegt bei 15,5°C.
Abbildung 5. Londoner Temperaturen wie von 500
(erfundenen) Läufen eines GCM's für eine 5 Tage Wettervorhersage
Unsere beste Annahme darüber, was die Temperatur tatsächlich
machen wird, ist diejenige, welche von den meisten Läufen genannt
wird, d.h. diejenige mit der größten Wahrscheinlichkeit. Wir
nennen solche Diagramme Probability Density Functions
oder kurz pdfs.
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«» Kartenprojektion,
geographische Breiten und Längen
Breite: Ein Maß für die Entfernung
vom Äquator. Der Äquator ist die 0° Breite und der Nord-
und Südpol liegen bei +90° bzw. -90° Breite. Breitenkreise
sind Kreise, die alle Orte mit derselben Breite verbinden, sie laufen
um den Erdball; in Abb. 6, sind
es die horizontalen Linien. Wenn Sie in gerader Linie zwischen 0°
und 1° Breite nach Norden gehen, legen Sie genau dieselbe Entfernung
zurück wie wenn Sie zwischen 89°?N und 90?° gehen würden.
Falls Sie sich jedoch vorstellen, dass Sie um die Erde entlang einem Breitenkreis
gehen, dann müssen Sie wesentlich weiter gehen, um am Äquator
herumzukommen als, zum Beispiel, bei 50°S.
Länge: : Ein Maß, wie weit Sie
nach Osten oder Westen befinden. Der Greenwich Meridian, durch Ost-London
gehend, ist 0° Länge und die Datumsgrenze, die mitten durch den
Pazifik geht, liegt bei 180°. Längengrade sind Linien , die alle
Orte mit derselben Länge miteinander verbinden, sie laufen von Pol
zu Pol. In Abb.6, sind es die vertikalen,
gekrümmten Linien. Wenn Sie um den Äquator gehen, ist die Entfernung
zwischen 80°Ost und 90°Ost die gleiche wie zwischen 130°Ost
und 140°Ost. An den Polen sind die Breitengrade jedoch viel dichter
zusammen als am Äquator, d.h. die Entfernung zwischen 80°Ost
und 90°Ost ist geringer als am Äquator.
Abbildung 6. Eine Projektion der Welt mit Breiten
und Längen in 10° Intervallen markiert.
Eine Kartenprojektion ist ein Versuch, die Oberfläche der dreidimensionalen,
sphärischen Erde auf einem flachen, zweidimensionalen (2D) Stück
Papier /Computerbildschirm zu zeichnen. Um dies möglich zu machen,
müssen Kompromisse geschlossen werden. Es ist nicht möglich,
alles vollkommen genau beizubehalten. Zum Beispiel, der Winkel von einem
Ort zu einem anderen kann verzerrt werden oder die relative Größe
eines Landes in Bezug auf ein anderes kann falsch sein. In vielen Projektionen,
wie z.B. zylindrische Projektionen, muss die Landmasse an den Polen ausgedehnt
werden, um das rechteckige Feld ordentlich zu füllen. Dies bedeutet,
dass dichter an den Polen gelegene Länder (wie z.B. das U.K.) relativ
zu Ländern näher am Äquator (wie z.B. Länder in Afrika)
viel größer erscheinen als sie wirklich sind.
Abbildung 7. Einige Beispiele zu Projektionen:
Die Miller Cylindrical, Cylindrical Equidistant und Mercator Projektionen
sind alles Beispiele von zylindrischen Projektionen, dies bedeutet eine
Projektion der Erdoberfläche auf ein Stück Papier, das um die
Erde wie ein Zylinder gewickelt ist, wobei der Äquator mit dem Papierstück
in Berührung ist. Die zylindrische, gleiche Abstände habende
Projektion ist die einfachste und alle Breiten und Längen behalten
die gleichen Abstände wo immer man sich befindet und sind immer parallel/senkrecht
zueinander. Dies bedeutet, dass die Umrisse der Länder ein sehr verzerrtes
Bild geben. In der zylindrischen Projektion von Miller gehen die Breitenkreise
weiter voneinander weg je näher man an die Pole kommt. Dies ist eine
einfache Methode, den Ausmaß der Verzerrung zu verringern, aber
es löst das Problem nicht vollständig; weder die Flächen
von den Ländern noch die Winkel, zum Beispiel, ihrer Küsten
sind korrekt. In der Mercator Projektion sind die Umrisse, zumindest örtlich,
korrekt. Bei der stereographischen Projektion handelt es sich nicht um
eine zylindrische Projektion, die Ländergrößen sind sehr
verzerrt gegen den Rand des Plans hin, sämtliche Winkel sind jedoch
korrekt.
Die Graphiken in climateprediction.net verwenden die einfachste
Projektion, und zwar die Cylindrical Equidistant.
Abb 8. Beispiel der von climateprediction.net
verwendeten zylindrischen, mit gleichem Abstand Projektion
Beispiel für Breiten und Längen
- Wendekreis des Krebses 23.5 °N
- Wendekreis des Steinbocks 23.5 °S
- Nördlicher Polarkreis 66.5 °N
- Südlicher Polarkreis 66.5 °S
- London (UK) 0 °W, 51.5 °N
- Denver, Colorado (US) 105 °W 39 °N
- Milton Keynes (UK) 1 °W 52 °N
- Alice Springs (Australien) 134 °E 23 °S
- Hawaii (US) 155 °W 20 °N
- Moskau (Russland) 38 °E 56 °N
- Kapstadt (Südafrica) 18 °E 33 °S
- Rio de Janeiro (Brasilien) 43 °W 23 °S
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